Donnerstag, 20. Februar 2014

Analyse eines lyrischen Textes

Joseph von Eichendorff (1837)
Mondnacht

Das vorliegende Gedicht ,,Mondnacht“, geschrieben von Joseph von Eichendorff im Jahre 1837 ist ein für die Epoche der Romantik typisches Gedicht, indem die Gefühle und Eindrücke des lyrischen Ichs in einer Mondnacht beschrieben werden.

Der Text ist im Präteritum geschrieben, das Versmaß ist ein dreihebiger Jambus, der eine gleichmäßige und fließende Wirkung erzielt.
Die Kadenzen sind abwechselnd erst weiblich, dann männlich.
Das Reimschema ist ein Kreuzreim, der vorliegende Hakenstil in den Strophen eins und drei erzeugt Geschwindigkeit.

Das Gedicht umfasst drei Strophen mit jeweils vier Versen. Diese Absätze dienen in diesem Fall auch als Gliederung für die Sinnabschnitte.

In der ersten Strophe (Z.1-4) beschreibt der Verfasser eine Szene, in der Himmel und Erde in der Nacht optisch miteinander verschmelzen. Der Himmel ist der Akteur, der seine Geliebte, die Erde, küsst. Die Erde selbst träumt im Schein ihres Geliebten von ihm. Der Blütenschimmer weist auf Leben hin, aber auch auf die Verbundenheit von irdischen Blüten und himmlischem Lichtschimmer (s.Z.3-4). Die Szene steht im Konjunktiv und stellt die Stimmung der Nacht deutlich dar. In den Zeilen eins und drei findet sich eine Assonanz, da die letzten Silben der Worte nur annähernd ähneln (Himmel-Schimmer).

Die zweite Strophe (Z.5-8) beschreibt die Beschaffenheit der Erde. Es herrscht Harmonie und Ruhe, der Himmel selbst ist auch sternenklar (Z.8). Die Strophe beschreibt das Umfeld der Szene.
Alles ist sehr ruhig, die personifizierte Luft geht durch Felder, die wiederum Assoziationen zu ländlicher Idylle und Fruchtbarkeit erzeugen, ebenso wie die Ähren. Der Blick des Betrachters wird schließlich von der Erde hinauf zum Himmel, zu den Sternen gelenkt. In dieser Strophe wird also besonders auf die Wahrnehmung des lyrischen Ichs eingegangen. Auch hier liegt in den Zeilen neun und elf eine Assonanz vor (spannte-Lande).

Die dritte Strophe (Z.9-12) beschreibt die Gefühlswelt des lyrischen Ichs. Ein Gefühl der Freiheit wird deutlich. Durch diese Szene voller Harmonie wird in ihm das Gefühl geweckt, seine Seele verbreitere sich und fliege nach Hause. Die Gefühle des lyrischen Ichs werden also von der Stimmung und seiner Wahrnehmung beeinflusst, auch das Ich will sich eins mit dem Himmel fühlen (Z.11f).
Viele assoziative Begriffe werden verwendet wie Himmel, Erde, Luft, Nacht, Felder, Seele, Flügel oder Land. Eichendorff benutzt hierbei vor allem die Wortfelder Landwirtschaft und Natur. Es werden dynamische Verben gewählt wie küssen, gehen, wogen, rauschen, ausspannen und fliegen. Die Verse sind sehr bildhaft. Personifikation wie Himmel/Erde, Luft, Ähren, Wälder, Seele machen das Gedicht lebendig.
Die feierliche Atmosphäre wird durch die Stille noch hervorgehoben.

Die Metapher „Flügel“ (Z.10) erinnert an einen Vogel, also an Freiheit. Das „weit“ betont wie die Seele sich öffnet, um die nächtliche Stimmung aufzunehmen. Die „stillen Lande“ stellen einen Bezug zur zweiten Strophe her. Auch „flog“ ist durch eine Ellipse bedingt am Anfang des Verses zu finden. „Nach Haus“ und „Himmel“ sind Synonyme und haben denselben Anfangsbuchstaben und stellen eine Verbindung zwischen erster und letzter Strophe her. In der ersten Strophe neigt sich der Himmel zur Erde, die zweite ist auf der Erde, der Flug der Seele zum Himmel folgt in der dritten Strophe.
Es ergibt sich also einen Kreislauf.

Das Gedicht nutzt viele Metaphern und verdeutlicht damit, dass die Gefühle im Mittelpunkt inmitten einer harmonischen und friedliche Atmosphäre stehen, in die sich der Leser sehr gut hineinversetzen kann.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Septembermorgen (ohne...
Morgens ist das Land voller Nebel, Die Landschaft wirkt...
Victoria.St. - 4. Mär, 20:34
Pro-/Kontra-Listen
Interpretation (kurzer Text): Pro: - große Wortvielfalt -...
Victoria.St. - 20. Feb, 21:22
Analyse eines lyrischen...
Joseph von Eichendorff (1837) Mondnacht Das vorliegende...
Victoria.St. - 20. Feb, 21:16

Links

Suche

 

Status

Online seit 4355 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 4. Mär, 20:34

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren